Dies ist eine persönliche Initiative gegen die sich verändernde Kaffeekultur durch die Convinience-Gesellschaft (Bequemlichkeitsgesellschaft) und die Produktglobalisierung der Markenhersteller.

Als Österreicher, einem Land mit langer Kaffeetradition und als Liebhaber des wahren italienischen Espressos, fällt mir immer häufiger auf, wie sehr lokale Kaffeetraditionen und die Vielfältigkeit der Kaffeezubereitung unter den sich immer mehr zu verbreiten scheinenden Kapselmaschinen und Kaffeevollautomaten leidet.

Nicht nur durch die Fast-Food Ketten wie Starbucks oder McDonalds hat sich der globale Einheitsgeschmack durchgesetzt, sondern auch in Kaffeehäusern und Restaurants, sowie im privaten Haushalt. Ging man früher für eine Tasse guten Kaffee in ein Kaffeehaus oder Restaurant, so gilt heute bereits eine der beiden genannten Fast-Food Ketten als gute Adresse für einen „Kaffeehausbesuch“. Auch ist man heute stolz, Besitzer einer Nespressomaschine zu sein und rühmt sich vor seinen Freunden und Kollegen, welch besonderen Kaffee man kreiert. Wobei an Nespresso eigentlich nur der Preis etwas Besonderes ist.

Voll im Trend sind derzeit Kapselmaschinen. Wer also momentan neben seiner Leasingrate für den Audi, seinem iMac und dem iPhone noch etwas Geld übrig hat, bzw noch immer nicht cool genug ist, erkauft sich noch etwas Image mit einer Kapselmaschine, vorzugsweise natürlich von Nespresso.

Kapselmaschinen haben, bis auf die einfache Bedienbarkeit, welche selbst für geistig nur minimal ausgestattete Personen möglich ist, sowie dem an den Maßenmarkt angepassten Geschmack nur Nachteile:

  • Umweltbelastung durch die in Summe riesigen Müllmengen an Plastik und Aluminium
  • Abhängigkeit vom Kapselproduzenten
  • Preis pro Kg Kaffee bis zu 70,– €
  • Unbekannte Inhaltsstoffe – künstliche Geschmacksstoffe, Eiweiß für die „Crema“…?
  • Einschränkung auf die angebotenen Geschmackspulver (Pads)
  • Kaffee aus Plastikkapseln – wer würde schon Kaffee um 70,—€ / Kg aus Plastikbechern trinken?

Vollautomaten in der Gastronomie tragen ebenso ihren Teil zum Einheitsgeschmack bei. Durch fix vorprogrammierte Produkte schmeckt Kaffee aus jeder Machine gleich, egal wo.

Im Gegensatz zu Österreich fällt in Italien die Beibehaltung der Siebträgermaschinen positiv auf. Auch der Preis pro Tasse Espresso liegt egal ob am Campingplatz, auf der Fähre oder im Restaurant bei genau 1 €.

So freue ich mich auf jeden Italienausflug oder auf das nächste Wochende, wenn ich wieder die La Pavoni aufheize um mir mit selbst ausgewählten und selbst gemahlenen Bohnen einen herrlich individuellen Espresso zubereite.

 


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